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Ägypten (aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie) |
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Geographie
Der landschaftliche Charakter Ägyptens ist geprägt vom Gegensatz der
Wüstengebiete
und dem dicht besiedelten, bewässerten
Kulturland entlang des
Nils. Diese
Landfläche macht etwa fünf Prozent des Territoriums aus. Im Westen
Ägyptens liegt die
Libysche Wüste, die rund zwei Drittel der Staatsfläche einnimmt. Im
Norden dieser
Wüste befindet sich das nur recht niedrig gegliederte
Libysche Plateau, das in Ägypten bis 241 Meter Höhe erreicht. Südöstlich
dieses Gebiets senkt sich das Gelände in der
Kattara-Senke auf knapp 134 Meter unter den
Meeresspiegel ab, im Südwesten steigt es bis auf 1.098 Meter an. Im
Osten Ägyptens, wo sich die
Arabische Wüste befindet, erheben sich die Berge bis auf 2.184 Meter.
Die höchste Erhebung des Landes ist mit 2.637 Metern der
Gabal Katrîna (Katharinenberg) im Gebirge Gabal at- auf der
Sinai-Halbinsel, die sich im Nordosten des Landes befindet und durch den
Sueskanal
vom afrikanischen Festland getrennt ist. Der Mittelteil des Landes erhebt
sich bis durchschnittlich 500 Meter Höhe.
Zwischen den beiden zuvor genannten Wüsten durchfließt der Nil, dessen
Quellfluss der
Kagera
im Gebirgsland von
Burundi
ist, auf etwa 1.550 Kilometer Länge in Ägypten von Süden nach Norden, bevor
er nach Durchfließen des 24.000 km² großen
Nildeltas
in das
Mittelmeer mündet. Durchschnittlich 100 Kilometer südwestlich von
Kairo
befindet sich das 1.827 km² große
Fayyum-Becken, eine
beckenartige
Oasenlandschaft, in deren Nordteil sich der 230 km² große
Qarun-See
befindet.
Die Küsten liegen im Norden zum
Mittelmeer, im Osten zum
Roten
Meer, beide sind durch den
Sueskanal
miteinander verbunden.
Klima
Am
Nildelta und an der Mittelmeerküste herrscht
mediterranes Klima, dort gehen im Winter die Temperaturen herunter und
es kommt zu Regenfällen. Der Rest des Landes unterliegt dem Wüstenklima:
Heiß und trocken im Sommer, mild im Winter, überwiegend ohne messbaren
Niederschlag mit langjährigen Trockenperioden.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Ägyptens siedelt primär im
Niltal, im
Nildelta,
am
Sueskanal und am touristisch bedeutsamen
Roten
Meer. In den westlichen
Oasen
Fayyum,
Dachla,
Farafra,
Siwa
und Charga
leben nur wenige Menschen. Die größten Städte sind (Mio. Einwohner, Stand
1. Januar 2005):
Kairo (7,7),
Alexandria (3,8) und
Giseh (2,4),
Sues (0,5),
Luxor (0,4)
und Assuan
(0,2)Siehe auch:
Liste der Städte in Ägypten
Ethnien Die Mehrheit der ägyptischen Bevölkerung sind Araber. Darüber
hinaus sind im Süden Ägyptens
Nubier
ansässig. In der
libyschen Wüste lebten einst
Berberstämme,
von denen heute jedoch nur noch wenige in der
Oase Siwa
eine
Berbersprache sprechen, in den Wüsten östlich des Nils leben arabisch-
und
Bedscha-sprachige Nomaden.
Religionen
Ägypten ist der Verfassung nach ein islamischer Staat und der
Islam ist
Staatsreligion, die
Scharia
ist die Hauptquelle der Gesetzgebung. Neben der
sunnitischen Mehrheit findet man jedoch in Kairo und Alexandria, aber
auch in Mittel- und
Oberägypten,
Christen,
vor allem
Kopten, die nicht selten in überwiegend christlichen Dörfern leben. Eine
amtliche Zählung der Christen wird bewusst nicht durchgeführt, obwohl die
Religion im Pass eingetragen sein muss. 85 bis 90 Prozent der Ägypter sind
Muslime (meist Sunniten), etwa sieben bis dreizehn Prozent sind koptische
Christen (meistens orientalisch-orthodox, ein kleiner Teil
koptisch-katholisch), der Rest verteilt sich auf griechisch-katholische und
protestantische Christen sowie Juden. Besonders in Oberägypten sind die
als christliche Minderheit oft benachteiligten Kopten Ziel von Terror und
Schutzgelderpressungen radikaler Muslime geworden, häufig mit Wissen und
Billigung der lokalen Behörden. Muslime, die zum Christentum übertreten,
müssen mit staatlichen Zwangsmaßnahmen rechnen. Neue koptische Kirchen
dürfen nicht gebaut werden, auch kleinere Reparaturen bedürfen eines
Präsidialerlasses. Die Kopten beanspruchen für sich, die direkten Nachfahren
der altägyptischen Bevölkerung der Pharaonenzeit zu sein. Aus ihrem Namen
entstand das griechische aigyptos, das im Deutschen zu Ägypten
wurde.
Einerseits ist die Auslegung des Islams in Ägypten meist modern und
fortschrittlich, insbesondere durch die in der moslemischen Welt führende
al-Azhar-Universität. Andererseits ist Ägypten seit Jahrzehnten (neben
Saudi-Arabien) auch ein Zentrum des
islamischen Fundamentalismus. So ist die
Muslimbruderschaft dort aktiv und in bin Ladens Terrorgruppe
al-Qaida
fanden sich schon zu Zeiten des
11. September 2001 ungewöhnlich viele Ägypter in Führungspositionen.
Teils stehen sie bis heute mit an der Spitze. Dass sie ihre einheimischen
Wurzeln gekappt haben, ist nicht sehr wahrscheinlich. Die islamistische
fundamentalistische Szene sieht Gewalt gegen Westler wie etwa in
Dahab (Sinai)
im April 2006 als Bestandteil eines gerechten Kampfes gegen ein ungerechtes
System, einen gottlosen Staat und eine westlich-jüdische Verschwörung gegen
den Islam an.
Sprachen
Es wird mehrheitlich
Ägyptisch-Arabisch, ein
neuarabischer Dialekt, gesprochen. Schriftsprache ist seit der
arabischen
Eroberung
im 7. Jahrhundert das
Hocharabische, nur in der
koptischen
Kirche wird als
Liturgiesprache noch das
Koptische verwendet, das in eigener
Schrift, die von der
griechischen abgeleitet ist, geschrieben wird. In der
Oase Siwa
spricht man noch eine
Berbersprache, das so genannte
Siwi. Im Süden
und in der Oase
Charga sprechen viele Menschen
Nubisch. Im Südosten gibt es auch
Bedscha-Sprecher.
Als
Fremdsprache ist
Englisch und in der Oberschicht auch noch
Französisch verbreitet.
Bevölkerungsentwicklung Die Bevölkerung Ägyptens wächst sehr schnell und stellt das ohnehin
schon in seinen fruchtbaren Teilen sehr dicht besiedelte Land vor große
Probleme. Um 1800
hatte das Land nur etwa 2,5 Millionen Einwohner. Im Jahre
1900 erreichte
die Bevölkerung etwa 12,5 Millionen Einwohner,
2000 schon fast
68 Millionen. In der Vergangenheit, etwa zu Zeiten der Pharaonen, hatte das
Land zwischen 4 bis maximal 12 Millionen Einwohner - eine Bevölkerungszahl,
die wohl auch in der
Spätantike erreicht wurde.
Geschichte
Die Anfänge der ägyptischen
Zivilisation liegen ca. 7.000 Jahre in der Vergangenheit. Die ägyptische
Geschichte wird in folgende
Epochen
gegliedert:
Speziell die Einteilung der geschichtlichen Perioden der vorchristlichen
Zeit geht auf den ägyptischen Priester
Manetho
in der Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. zurück, der die Herrscherlisten des
alten Ägyptens bis zum letzten ägyptischen Pharao in 30
Dynastien
eingeteilt hat.
Aus der
altägyptischen Kultur sind bis heute eine Reihe von Bauwerken erhalten.
Die bekanntesten sind die
Pyramiden von Gizeh, das einzige noch erhaltene der sieben antiken
Weltwunder. In späterer Zeit wurden christliche
Kirchen und
Klöster
gebaut. Das bekannteste Kloster ist das auf der
Sinai-Halbinsel
liegende
Katharinenkloster. Die meisten der in islamischer Zeit errichteten
Moscheen
stehen in Kairo. Die bedeutendste ist die zur gleichnamigen Universität
gehörige
Al-Azhar-Moschee.
Siehe auch:
Geschichte des Alten Ägypten
Politik Siehe auch:
Politisches System Ägyptens Ägypten ist seit dem
18. Juni
1953 eine
Republik.
Das Staatsoberhaupt ist seit
14.
Oktober 1981
Muhammad Husni Mubarak, der gleichzeitig Führer der regierenden
Nationaldemokratischen Partei (NDP) ist. Ein Referendum über die Wahl eines
vom Parlament vorgeschlagenen Präsidentschaftskandidaten findet alle sechs
Jahre statt, nach einer Ankündigung von Mubarak vom
26.
Februar 2005
sollen daraus jedoch in Zukunft
freie Wahlen mit mehreren zugelassenen Kandidaten werden. Die nächsten
Parlamentswahlen (alle fünf Jahre) sollen im Oktober/November 2005
stattfinden. Die letzten Wahlen (2000) zum 454 Sitze umfassenden "Rat des
Volkes" (10 Sitze werden vom Präsidenten vergeben) gewann die NDP mit 86
Prozent, es folgten die Unabhängigen (darunter die Kandidaten der
Muslimbruderschaft) mit 8%, die Neue Wafd-Partei (NWP) mit zwei Prozent,
die Nationalprogressive Gewerkschaftsvereinigung Al-Tagammu‘ (NPUG)
mit einem Prozent und die Nasseristische Partei sowie die Liberale Partei
mit jeweils weniger als einem Prozent. Der Präsident ist Oberbefehlshaber
der Streitkräfte und hat das Recht, Dekrete zu erlassen. Beratendes
Legislativorgan ist die
Schura. Hauptquelle der Gesetzgebung ist die
Scharia.
Ein Verfassungsgericht überwacht die konstitutionelle Ordnung.
Kritiker merken an, dass Mubarak seit Jahrzehnten, seit dem Tod seines
Vorgängers, per Notstandsgesetz regiert. Er herrsche über ein
pseudodemokratisches System. Sie sagen, dass Wahlen teilweise gefälscht oder
verschoben worden seien und manche Oppositionelle nach Scheinprozessen ins
Gefängnis kommen, in Ägypten existiere nur soviel öffentliche Opposition wie
Mubarak zulasse.
Militär Hauptartikel:
Streitkräfte Ägyptens Die ägyptischen Streitkräfte werden als die
stärkste Militärmacht auf dem afrikanischen Kontinent angesehen und
rechtfertigen den Status einer Regionalmacht im Nahen Osten. Die
Streitkräfte unterstehen dem Staatsoberhaupt
Hosni Mubarak, der auch gleichzeitig als Oberkommandant den höchsten
militärischen Rang bekleidet. Organisiert sind die Streitkräfte in vier
Zweigen: Einerseits die klassischen Sparten der
Armee,
Luftwaffe und
Marine;
zusätzlich fungiert das Luftverteidigungskommando als eigene Teilstreitkraft
des Militärs. In Ägypten herrscht eine dreijährige Wehrpflicht für Männer ab
achtzehn Jahren. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums werden
allerdings nicht mehr sämtliche Rekruten eingezogen, da einer
Jahrgangsstärke von über 800.000 Dienstpflichtigen 450.000 aktive Soldaten
gegenüberstehen. Allerdings verfügt der Staat noch zusätzlich über circa
250.000 paramilitärische Kräfte, die dem Innenministerium unterstehen und
zur Inneren Sicherheit der Diktatur herangezogen werden.
Mit der außenpolitischen Annäherung unter
Anwar as-Sadat eröffnete sich Ägypten auch den Zugang zu
US-amerikanischen Waffenlieferungen, die seit den achtziger Jahren zu einer
bedeutenden Modernisierung der Streitkräfte beigetragen haben.
Verwaltungsgliederung
Ägypten ist in 27 Gouvernements (arabisch محافظات muhāfazāt, Singular
محافظة muhāfaza) unterteilt. Siehe hierzu:
Gouvernorate Ägyptens
Wirtschaft Die Wirtschaft Ägyptens wird auch heute noch durch die
Landwirtschaft geprägt, die sich hauptsächlich auf die Regionen entlang
des Nils, im Nildelta und an einzelnen Oasen befinden. Dabei hat sich der
landwirtschaftliche Anbau von einer
Subsistenz- zu einer
Exportorientierung gewandelt, so dass relativ betrachtet weniger
landestypische
Nahrungsmittel wie
Hirse,
Saubohnen
und Kohl
geerntet werden. Etwa 17 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts wird in der Landwirtschaft erwirtschaftet (Stand:
2000). Dennoch ist Ägypten nicht fähig, seine stark anwachsende Bevölkerung
zu ernähren, so dass riesige Mengen an Lebensmitteln
importiert
werden müssen - im Jahr 1980 wurden über 5 Mio. Tonnen
Weizen aus
dem Ausland eingeführt bzw. dreimal soviel, wie in Ägypten selbst angebaut
wurde. Die Lebensmitteleinführung macht etwa einen Viertel der Gesamteinfuhr
aus, was etwa 3 Mrd.
US-Dollar
entspricht. Zudem existiert ein riesiges Missverhältnis zwischen In- und
Export, was
zu einer enormen
Auslandsverschuldung geführt hat. Dieses Problem wird sich auch nicht so
schnell beenden lassen, da Ägypten bis auf die bereits genutzten Flächen für
die Landwirtschaft kaum bis gar nicht nutzbar ist, da sie sehr
arid sind und
kaum Wasserquellen für
künstliche Bewässerung vorhanden sind. Ein weiterer negativer Punkt für
den Lebensmittelanbau in Ägypten ist die Errichtung des
Assuan-Staudamms; er sorgte dafür, dass die Überflutung des Nils fast
nicht mehr existiert und somit die Ernten bzw. Ernteflächen kleiner und
unfruchtbarer wurden. Zurzeit werden jedoch im Rahmen des
Toshka-Projekts Teile der ägyptischen
Wüste
westlich des Nils
für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Die wichtigsten Exportgüter
Ägyptens sind
Erdöl,
Baumwolle
und
Aluminium, die wichtigsten Importgüter sind Nahrungsmittel,
chemische
Produkte,
Metalle und
Maschinen.
Tourismus Ein weiterer wichtiger
Wirtschaftszweig ist der
Tourismus,
der nach den Terroranschlägen auf touristische Ziele in den 1990er und
2000er Jahren jedoch zeitweise starke Einbrüche verkraften musste (Luxor
1997, Sinai 2004 und 2005 und 2006 in
Dahab). Der
Tourismus ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen im
Land. Besonders die ägyptischen Altertümer sind ein großer Anziehungsmagnet
für ausländische Besucher. Neben
Gizeh und
Kairo wird
auch Luxor
gern besucht, von wo aus unter anderem das
Tal der Könige erreicht werden kann. Luxor ist auch der Ausgangspunkt
für Nilkreuzfahrten bis nach
Assuan. Von
dort werden Flüge und Bus- Touren nach
Abu
Simbel angeboten. Die meisten Reiseveranstalter bieten dann einen
Inlandsflug nach Kairo und nach diesem Kairo- Aufenthalt einen Badeurlaub in
Hurghada an.
Die Touristenhochburg ist unbestreitbar
Hurghada
am Roten Meer. Der moderne Touristenort
Sharm El-Sheikh an der Südspitze der
Sinai-Halbinsel
ist besonders bei Freunden des
Tauchsports
sehr beliebt, in den letzten Jahren kamen auch immer mehr
Unterwasser-Sportler ins nördlich davon gelegene Dahab. Durch den allgemein
weiter steigenden Tauch-Tourismus werden auch Orte südlich von Hurghada,
entlang der westlichen Küste des Roten Meeres, erschlossen. Hierzu zählen
al-Qusair
und
Marsa Alam, sowie kurz vor der sudanesischen Grenze
Asch-Schalatin. In absehbarer Zeit wird sich die Grenze zum
Hala'ib-Dreieck
öffnen. 30 km vor der Grenze zum Sudan liegt 20-25 km landeinwärts der
Nationalpark
Gebel
Elba, der sich als neuer Touristenmagnet anbietet.
Staatsausgaben für Gesundheit, Bildung und Verteidigung Zwischen 1992
und 2000 lag
der Anteil der Staatsausgaben für
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